Ein paar Minuten nach Punkt sechs ist die Straße menschenleer. Es ist August in Prag und dies ist die Stille bevor die Panzer in die Stadt einfahren und sie unter Kontrolle nehmen. Es ist 1968, das Jahr der Invasion.

Der junge Koudelka hat diesen Moment festgehalten und dann um die 5000 weitere fotografiert, die die Tschechen protestieren, sich widersetzen, ihre Reaktionen zeigen. Beinahe 50 Jahre später fühlen sich diese Bilder fast so durchdringend an wie in der Zeit, in der sie zum ersten Mal in der Sunday Times veröffentlicht wurden. Unter dem Namen PP (Prague Photographer), aus Gründer seiner Sicherheit.

 

 

In den folgenden Jahren begann er für Magnum zu arbeiten, durch Europa zu reisen und Zigeuner zu fotografieren, selbst Nomade zu werden. Er setze es fort das Leben in unterschiedlichen Ländern zu dokumentieren, wie Italien oder Spanien, brachte diesen großen Teil seiner Arbeit als Buch namens Exiles heraus. Alte Frauen, Pferde, Hüte und Blumen, Beerdigungren, Riten, Engelflügel, Seemöwen über Wellen, Katzen. Er fotografierte das Leben wie es war, ganz ehrlich, nicht gestellt.

 

 

 

Ein anderer Teil der Ausstellung, Wall, stellt die aktuellsten Arbeiten des Fotografen aus. Du siehst hier eine massive Mauer, die Mauer, die Israel in der West Bank baute, ihr Grund, die Verteidigung gegen Terrorismus. Es ist etwas ganz anderes hier als beim Rest seiner Arbeit. Die Spannung, die heutige Zeit, liegt in der Geometrie eines Platzes der neu definiert wird.

 

 

 

 

Jahrzehnte später fühlen sich seine Bilder stark, unbestreitbar und zeitgemäß an; sowohl die, die das Leben von Nomaden reflektieren, oder Proteste um ein Land, als auch sein zuhause zu verteidigen oder gar keines zu haben. „Ich versuche immer ein Insider zu sein, als beides, Fotograf und Mensch. Ich bin Teil all dessen, was um mich ist.“ sagt er in einem Interview für The Guardian.

Es nimmt eine Menge neuer Perspektiven in Anspruch und der Inhalt von Fotojournalismus hat einen schwelenden Effekt in der heutigen Zeit, doch Koudelka’s Fotos schaffen es noch immer, durchzudringen und für eine Weile im Gedächtnis zu bleiben.

Josef Koudelka
Invasion / Exiles / Wall
C/O Berlin Foundation Amerika Haus
Hardenbergstraße 22–24
10623 Berlin
www.co-berlin.org