Alles begann an dem Tag, an welchem er Robert Frank traf. Gleich am nächsten Tag hat er seinen Job in der Werbebranche aufgegeben und begann den flüchtigen Momenten auf den Straßen New Yorks nachzujagen, um sie auf Kodachrome Film zu verewigen. Kräftiges Orange, Neonblau, senffarbene Töne, wildes Grün und goldene Stimmung, welche wortwörtlich Farbe in die Kunstwelt der 60er Jahre brachte.

Joel Meyerowitz wird später eine Symbolfigur der neuen Farbfotografie.

 

 

Er spricht von seinen Bildern als Feldfotografien, in welchen nichts besonders herausstechend ist – alles ist gleichwertig wichtig, es gibt keine Trennung zwischen Vorder- und Hintergrund. Das Auge nimmt es als Ganzes wahr.

 

 

 

Plötzlich drückte Farbe mehr aus, bot mehr Inhalt. Er wurde von der selben Haarfarbe angezogen, immer und immer wieder. Die Bilder wurden spezieller: Eine Serie von Rothaarigen, welche zu einem Fotobuch wurde. Er erweiterte seine Portraitreihe und bezog Frauen unterschiedlichen Alters mit ein und kreierte ein ganzes Spektrum an Feminität.

 

 

 

Für eine Weile fotografierte aus der selben Perspektive, in Schwarzweiß sowie in Farbe. Die Ausstellung zeigt dieses Experiment. Die Unterschiede sind unübersehbar. Dann aber kehrte dazu zurück ausschließlich in Farbe zu fotografieren.

Es beinhaltet schlichtweg viel mehr Informationen.

 

Diese Retrospektive macht es deutlich. Seiner Umgebung Aufmerksamkeit zu schenken und eine gewisse Vorahnung zu haben ist alles.

Joel Meyerowitz. Why color?
C/O Berlin Foundation Amerika Haus
Hardenbergstraße 22–24
10623 Berlin
www.co-berlin.org