Sie kann anpacken, weiß über Social Media mehr als ihr lieb ist und hat mit dem Scheitern einen Neuanfang gewagt. Wir trafen Henriette aka “Henne” aka @frailfail vor dem Frittiersalon in Friedrichshain – eine der besten Adressen für #einmalpommesrotweißbitte !

 

“Egal wie scheiße es grad läuft – Pommes schmecken immer gut” so oder ähnlich lautete eine twitter-Nachricht, die Henriette vor 6 Jahren inspiriert hat, als sie überraschend ihren Job verlor und am Boden war. Sie kreierte daraufhin einen neuen Instagramaccount – @frailfail. “Ich habe eine Alliteration gesucht, die meinen Zustand zusammenfasste. Ich fühlte mich gescheitert und eine Veränderung musste her!”

 

@frailfail ist ein Account mit einem rot-weißen Farbkonzept und thematisiert immer mal wieder das Scheitern. Die Schöpfungen #einmalpommesrotweißbitte und der #lonelypylony erscheinen regelmäßig. Henriette kommt es auch auf die Texte an, sie schreibt längere Captions als üblich – “Ich mag Tiefgang”, sagt sie. 2014 landete sie auf der suggested user list mit follower-Segen und heute gibt es ein paar Kooperationen mit namhaften Brands auf dem Account – IKEA, le petit bateau, fleurope… Als Influencer möchte sie sich trotzdem nicht bezeichnen, lieber als “creative concepter”.

 

{~ Baustelle MENSCH ~} Manchmal ist der eigene Körper und/oder die Seele eine Baustelle. Und das ist überhaupt nicht schlimm. Anzuerkennen, dass es so ist. Das ist gut. Denn nur wer erkennt, dass da eine offene Baustelle ist, der kann auch reparieren. Der kann Dinge wieder gerade rücken. Kann Löcher, Risse und auseinander gegangene Fugen wieder kitten. Dann kann aus einer großen Baustelle eine kleine werden. Und irgendwann. Dann ist sie ganz weg. Diese blöde Baustelle. Auch eine Elbphilharmonie war einst eine riesige Baustelle. Aber große und wichtige Dinge brauchen nun mal ihre Zeit, wenn es (wieder) gut werden soll. Und wie sagt man so schön: ist es nicht gut, dann ist das auch nicht das Ende. Und wenn du glaubst, du schaffst das alles nicht alleine. Diese gefühlt riesige Baustelle alleine zu bewältigen, weil du nun verdammt noch mal nicht Bob der Baumeister bist, dann lege ich dir den Blogpost von @iheartberlin mit einer Auswahl an gesponserten Bildern von mir ans Herz. Your story isn’t over yet! CLICK http://iheart.be/gettinghelp ___ #mentalillness #panicdisorder #endthestigma #breakthestigma #talkaboutit #morethansad #itsokaynottobeokay #einmalpommesrotweissbitte

Ein Beitrag geteilt von Hi! I’m Henne (@frailfail) am

Von der Communityidee ist sie nicht mehr so ganz überzeugt. Die Homogenität von Instagram, die Austauschbarkeit der Bilder, der undurchschaubare Algorithmus für Posts und die vielen Möglichkeiten den Manipulation sind Abturner. Als die Instagram-Stories kamen “wurde mein Weltbild zerstört – typisch Mark Zuckerberg”. Inzwischen beobachtet sie aber gerne, wie unterschiedlich das Tool genutzt wird: “Influencer” lieben eher eine statische Kamera, Privatnutzer zeigen und erzählen viel mehr.

 

Henriette ist übrigens gelernte Ingeneurin für Verpackungstechnik, in Thüringen geboren, in Ostberlin aufgewachsen und hatte als Kind ihre erste einfache Kunststoffkamera. “Ein gutes Foto macht nicht die Technik aus”, ist sie bis heute überzeugt. “Wichtiger sind ein gutes Auge und Verständnis für den Bildaufbau.” Ihre eigenen Aufnahmen entstehen eher als Schnappschüsse – “mit der Hand halb am Zünder bei Passanten”.

 


Henriettes liebste Igers

@oh.ladyfox weil die Stewardess Yoga macht, achtsam ist und Musik Tipps gibt.
@heimatpttential weil sie Stories mit Tiefgang erzählt und das allein reisen entdeckt hat.