Reisen um die Welt, atmosphärische Porträts, wundervolle Momentaufnahmen, Oldtimer und jede Menge gute Laune – das ist @_hannesthun. Wir haben uns mit dem „Digital Nomad“, Hochzeitsfotografen und selbst ernannen Feel-Good Manager unterhalten, um mehr über ihn und seinen Alltag als Fotograf zu erfahren. Also lasst euch von unserem Interview mit dem PICKMOTION Fotograf der ersten Stunde inspirieren.

Könntest du dich kurz vorstellen, wer du bist und woher du kommst?

Moin, mein Name ist Hannes, mittlerweile schon 32 Jahre alt. Boah 2014 hat das mit mir und PICKMOTION angefangen. Dazu später mehr. Seitdem habe ich auf 4 Kontinenten meinen Geburtstag gefeiert und strebe an bis zum 40ten auch auf den drei restlichen Erdteilen das Älterwerden zu zelebrieren. Zu diesem Wunsch kam ich letztes Jahr auf Bali. Du siehst, so richtig leicht ist es nicht, mich örtlich einzuordnen. Von 2008 bis 2017 habe ich in Berlin gelebt und war schon in dieser Zeit viel unterwegs, doch dieses Konzept habe ich seit der Trennung vor 3 Jahren aus den Angeln gehoben und bin seitdem ohne festen Wohnsitz. Die Fragen beantworte ich gerade in meinem Heimatort Rehna, wo ich für eine Woche zum Haus- und Gartenaufpasser ernannt wurde. Ab Herbst mag ich dann ehrlich gesagt, auch wieder fest an einem Ort wohnen. Sehr wahrscheinlich in Köln für eine Weile.

Womit verdienst du deinen Lebensunterhalt? Und in welcher Beziehung steht es zu deiner Fotografie?

Ich mag mit meinem Fotos die Liebe festhalten. Klingt wahrscheinlich super kitschig, doch das ist genau mein Gefühl, ja meine Intention, dabei. Einerseits natürlich durch die Hochzeiten geprägt, die ich seit mittlerweile 7 Jahren begleite und anderseits, weil ich es mag Menschen zu zeigen, wie sie ihrer Passion folgen oder um zu mehr Liebe zu inspirieren. Mit Religion habe ich tatsächlich nichts am Hut, doch im Kern haben auch die Weltreligionen schon Recht, dass es wünschenswert wäre mehr Liebe und Respekt auf der Welt zu spüren. Ich mag gerne dieses Gefühl der Nächstenliebe, Liebe für sich selbst und die Dinge die wir kreieren, sichtbar zu machen. That’s my job. In Zeiten der diesjährigen Krise habe ich tatsächlich schon den Gedanken gehegt, dass etwas Sicherheit im Rücken doch ganz schön wäre. Ein festes Einkommen durch einen regelmäßigen Job, doch irgendwie habe ich noch keine Ausschreibung zum Feel-Good-Manager gesehen. Am Ende nehme ich meine Kamera in Hand, weil ich die Begegnung mit den Menschen mag.

Wann und wie hast du mit der Fotografie angefangen? Wie hat sich dein Stil im Laufe der Zeit entwickelt?

Um nicht die Mär von der ersten Kamera zu erzählen, springe ich ein paar Jahre weiter. 2007, Abi-Zeit. Schon auf Schulveranstaltungen habe ich fotografiert, irgendwann auch für die Zeitung als Begleitung für meine Texte. Fotos waren da noch nicht so wichtig. Ich liebe es zu schreiben. Dann folgte das Studium der Angewandten Medienwirtschaft mit dem Schwerpunkt Sportjournalismus. Ach ja, für die Abiturjahrgänge nach mir habe ich ebenfalls das gestalten der Abschlusszeitungen übernommen. Damals noch ganz unwissend mit Photoshop und mir dabei die Nächte um die Ohren geschlagen, um den Drucktermin einzuhalten. Für eine gewisse Zeit führte ich dann ein, dass die Zeitung erst mit dem Abschlussball komplett ist. Zu diesem Zeitpunkt war also die Leidenschaft für Fotos, Texte und Design bereits ausgeprägt vorhanden.

Durch meine nun tolle beste Freundin Farina hat sich herauskristallisiert, dass Fotografie unser Geschenk und Talent für die Welt da draußen ist. Den Ausflug in die Web-Design und Corporate Design Welt haben wir mangels Talent in der Kreativmetropole Berlin abgebrochen und uns vollständig auf Fotos konzentriert. Meine erste, eigene, richtig professionelle Kamera habe ich im Juni 2014 gekauft. Ein stolzer Moment. Farina hatte zu dem Zeitpunkt die 5D Mark II von Canon. Ich daraufhin die Mark III, bis ich sie dieses Jahr auf der Straße im Wedding stehen lassen habe. Da war dann die gesamte Fototasche leider weg.

Was den Stil angeht. Puuuh, interessante Frage. Also den VSCO M5 Filter auf Instagram mag ich immer noch sehr. Ich habe zwischenzeitlich versucht davon wegzukommen. Hat nicht funktioniert, weil ich die warmen Töne einfach mag. Der Bildlook in meinem Feed unterscheidet sich von Auftragsarbeiten. Ich mag Brautpaaren lieber recht natürliche Fotos geben. Also ohne große Farbverschiebungen – #Nerdtalk. Ich habe mich letzten Sommer an analoge Schnappschüsse mit einer alten Canon gewagt. Unscharfe Bilder zählen auch zum Portfolio. Grundlegend geht es um das Gefühl und echte Emotionen, weniger um die Inszenierung. So würde ich auch die Entwicklung in meiner Bildsprache beschreiben.

Was inspiriert dich? Und warum?

Jeder Besuch bei Instagram bietet mir neue Inspiration und Impulse. Grundlegend habe ich meine Bildsprache für mich entdeckt und probiere dennoch gerne hin und wieder neue Perspektiven oder Lichtstimmungen aus. Sich von alten Gewohnheiten zu lösen, ist gar nicht so einfach. Die Komfortzone zu verlassen ist der Grund für die Suche nach Inspiration.

Wie man an deinem Feed sehen kann, reist du gerne, bist gerne mit anderen Menschen unterwegs und hast ab und zu ein Faible für alte Autos – wie verbindest du das am Besten miteinander?

Die aufgezählten Motive erinnern mich an einen tollen Nachmittag in Kapstadt im vergangen Winter. Wir sind zu viert in altem Mercedes zum Winetasting raus aus der Stadt gefahren und wählten für den Rückweg die wunderschöne Route am Meer entlang, während die Sonne im Meer unterging und der Mond neben dem Lions Head auftauchte. Ich mag alte Autos als Motiv, das stimmt. Sie erzeugen einen besonderen Flair und erzählen eine Geschichte durch ihr Design. Kurz zusammengefasst: In Kapstadt lässt sich das für mich alles am Besten verbinden.

 

Hat der Ort, woher du kommst oder in dem du gerade lebst, einen großen Einfluss auf die Bilder, die du machst? Wenn das so ist, inwiefern?

Das Dorf wo ich herkomme und in dem ich gerade sitze, hat auf meine Bilder keinen Einfluss. Zu viel grün drum herum, was schön ist, weil ich dann nicht in Bildern denke, sondern mehr die Umgebung genieße. So auch damals in Schweden. Ein matschig grauer Januar, der mich null inspirierte, Bilder zu schießen – ja bis auf den Sonnenuntergang mit dem Wohnwagen im gleißenden Licht, der es sogar auf eine PICKMOTION Karte schaffte.

Sind deine Fotos geplant? Arbeitest du in einem bestimmten Setup oder sind die Fotos eher spontan?

Die meisten Fotos, die ich teile, entstehen aus dem Moment heraus. Beobachtungen in der Stadt sind immer eine Momentaufnahme. Architektur fasziniert mich schon. Wenn ich Menschen fotografiere, suche ich nach schönem Licht und einem interessanten oder total schlichten Hintergrund. Harmonie ist mir wichtig.

Wie sieht dein perfekter Shooting-Tag aus?

Auf einen Hochzeitstag bezogen, an dem ich 8-10 Stunde dabei bin, wäre Sonne um die Mittagszeit bei den Vorbereitungen ganz schön, einfach um die Räumlichkeiten zu erhellen. Dann ziehen Wolken auf am Nachmittag und der Abend endet in orangem Sonnenlicht mit ein paar Schleierwolken dazu. It’s all about the light.

Was denkst ihr über die IG Community, die du du aufgebaut hast? Tauschst du dich mit anderen IGers aus oder trefft ihr euch schonmal? Haben sich besondere Kooperationen ergeben?

Das Medium Instagram ist als Sammelplatz für interessante Menschen schon echt wunderbar. Durch die wechselnden Accounts im Laufe der Jahre habe ich nicht wirklich eine Community aufgebaut. Ich kann mich einfach nicht entscheiden, worauf ich meinen Fokus legen mag. Vor Jahren bin ich mit Linda @lindaberlin und Maria @maryloo an einem Nachmittag durch Berlin gezogen, das war das einzige Mal, dass ich aktiv andere passionierte Motivsucher getroffen habe. Zum Thema Kooperation: Tatsächlich habe ich für Apple im Sommer 2018 einen Instagram Walk gehostet. Wir sind dabei über den Ku’damm gezogen und ich habe ihnen einen Einblick in meine Wahrnehmung der Umgebung gegeben. Ich wollte ihren Blick schärfen, dass jedes Bild eine Werbewirkung haben kann und daher gerne auf Formen und Anschnitte sowie Perspektiven Wert gelegt werden darf. Allein aus Eigennutz, um meinem ästhetischen Empfinden zu schmeicheln.

Wie und warum hast du dich entschieden Instagram als Social Media Plattform für dich zu nutzen?

Ich schätze es war 2009 oder 2010 als ich mein erstes Bild auf Instagram hochgeladen habe. Auf @_hosthannes lässt sich das ganz am Ende vom Feed nachvollziehen. Unter anderem ist da auch das Ampelherz dabei. Ein PICKMOTION Klassiker anscheinend 🙂 Niemand konnte ahnen wie sich Instagram in den über 10 Jahren entwickelt. Ich schaue nach wie vor immer noch lieber Bilder als Videos an. Instagram hat sich dann ja doch mehr und mehr zur persönlichen Soap vieler Menschen entwickelt.

Kanntest du PICKMOTION schon vor unserer Kooperation? Und wenn ja, woher?

PICKMOTION kannte ich bis zur ersten E-Mail noch nicht.

Schreibst du selbst eigentlich Postkarten?

Postkarten schreibe ich selber nicht mehr. Im Ausland gibt es selten schöne Karten. Vor 4 Jahren habe ich mit Freude ganz viele Karten von PICKMOTION verschickt. In dem Sommer hatte ich über 40 Belegexemplare erhalten und wollte meinen Freunden und Bekannten eine kleine Aufmerksamkeit in Form einer handgeschriebenen Karte zukommen lassen.

Kannst du uns noch drei deiner Lieblings-IG-Accounts nennen

@leonieyoung, @valeries.welt und @sebastianj1102, weil er einfach wahnsinnig lustige Stories macht.

Gibt es sonst noch etwas, eine Anekdote oder lustige Geschichte, die du mit uns teilen möchtest? Wir freuen uns über alles 😉

Im März 2018 hatte ich mich mit Luisa und Tom, einem Pärchen aus Deutschland, über Instagram zu einem Blinddate verabredet. Luisa war als Model in Kapstadt und Tom hat sie besucht. Ich mag ihren lockeren Style und wir vereinbarten, dass ich sie und ihren Freund zusammen fotografiere. Sie holten mich morgens um 7 Uhr ab und wir fuhren, mit Skateboard als Accessoire im Gepäck, zu einer von Palmen gesäumten Straße in Kapstadt. Beverly Hills Flair in Afrika. Beim Warten auf die ersten Sonnenstrahlen probierten wir alle das Board aus. Ganz selbstbewusst berichtete ich über meine Erfahrung aus Kindheitstagen. Bergab wäre kein Problem. Ich stieg mit Schwung aufs Brett und landete ein paar Meter später auf der Straße. Wie sich herausstellte, kugelte ich dabei meinen linken Arm aus, zum zweiten Mal nach einem Fußballunfall mit 19. Etwas benommen vor Schreck drückte ich den Arm wieder rein und wir konnten nach einer winzigen Atempause – mir wurde kurz etwas schwarz vor Augen – mit dem Shoot beginnen. Die Bilder zählen nach wie vor zu meinen Lieblingsbildern. Genauso geht es auch Luisa, wie sie mir erst vor kurzem noch mal bestätigt hat und hinzufügte, dass, wenn sie heiraten, sie mich als Fotograf dabei haben wollen.

Wir lieben all die Geschichten, die unsere Fotograf*innen zu erzählen haben. Ihr auch? Möchtet ihr mehr über die Fotograf*innen erfahren, die hinter den Motiven unserer Produkte stehen? Dann schaut euch all die anderen, wunderbaren und interessanten #pckphototalks an.