KÜSTENLIEBE

ein Phototalk mit @lioliene

Endlose Sandstrände, raue Winde, das Rauschen der See, märchenhafte Wälder, welche schon fast mystisch wirken und wunderbare Menschen, die das Leben genießen. Die Küste im Herzen hat auch unsere PICKMOTION-Fotografin @lioliene und an der Ostsee hat sie den perfekten Ort für ihre Seele gefunden. Diesen ganz besonderen Spirit der Ostsee möchten wir auch in unserer Städte & Regionen Kollektion mit der Welt da draußen teilen, und daher ist es nicht verwunderlich, dass ihre Fotos einfach auf unsere Postkarten mussten. Heute könnt ihr mehr über Leonie und ihre Leidenschaft für das Gestalten schöner Momente erfahren.

 

Kannst du dich zunächst einmal vorstellen, wer du bist, woher du kommst und wo du gerade lebst? Ein bisschen über deinen persönlichen Background.

Hi! Ich bin Leonie, 31 Jahre alt. Ursprünglich komme ich aus Ostwestfalen. Über verschiedene Stationen bin ich im Spätsommer 2016, nach Beendigung meines Studiums, ziemlich spontan in Greifswald an der Ostsee gelandet. Hier lebe ich seit dem mit meinem Mann und fühle mich sehr wohl.

Womit verdienst du deinen Lebensunterhalt? Und in welcher Beziehung steht es zu deiner Fotografie?

Ich habe Landschaftsarchitektur studiert und arbeite in einem Planungsbüro. Wir bearbeiten dort die unterschiedlichsten Projekte und gestalten Freiräume meist im urbanen Umfeld. Das können Spielplätze, Parks, städtische Plätze und vieles mehr sein. Zur Landschaftsarchitektur gekommen bin ich durch die Liebe zur Natur, aber auch durch die Lust am Gestalten. Für mich klang es nach der perfekten Verbindung dieser beiden Dinge. Es hat sich herausgestellt, dass aber noch viel mehr dazu gehört. Landschaftsarchitektur ist ein sehr interdisziplinäres Feld.

Im Bezug zur Fotografie hat mich das Studium gelehrt genau hinzuschauen, Stimmungen wahrzunehmen und auch mal die Perspektive zu wechseln. Mir macht es viel Freude, Landschaften einzufangen, die je nach Wetterlage, Jahreszeit oder auch nach meinem eigenen Gemütszustand unterschiedlich auf mich wirken.

Wie hast du deinen Weg als Fotografin begonnen? Wie hat sich dein persönlicher Stil im Laufe der Jahre entwickelt?

Schon als Kind habe ich es geliebt in Fotoalben zu stöbern. Meine Eltern haben beide auch zeitweise viel und noch analog fotografiert. Ich glaube, dass ich damals schon einen gewissen Blick mitgenommen habe. Als ich dann meine erste Digitalkamera erhielt, legte ich selbst los. Ich war aber schnell frustriert von der schlechten Qualität und so kaufte ich mir irgendwann meine erste Spiegelreflex-Kamera. Zeitgleich kam Instagram auf und ich fand es toll dort meine eigene „Galerie“ zu erstellen und mich von anderen inspirieren zu lassen. Ich habe Instagram damals auch noch mehr als Fotografie-App empfunden und weniger als Selfieplattform. Mit der Zeit habe ich aber immer öfter auch mit dem iPhone fotografiert.

Wie genau sich dabei mein persönlicher Stil entwickelt hat, fällt mir schwer zu sagen. Mich haben immer schon kleine alltägliche Motive angezogen, die ich dann in einen ruhigen Rahmen gepackt habe. Diese Kompositionen sind meistens in weiches, warmes Licht getaucht. Wenn ich so durch meine Galerie scrolle hat sich der Stil eigentlich kaum verändert. Bei der Motivwahl bin ich allerdings konsequenter geworden, weiß genauer was auf welche Weise gut wirken kann.

Es ist aber bis heute so, dass die Fotografie für mich nur ein Hobby ist. Ich habe damit bisher (fast) kein Geld verdient.


Was inspiriert dich und warum?

Am allermeisten inspiriert mich nach wie vor die Natur. In ihr fühle ich mich mir selbst am nächsten, kann Ruhe finden. Obwohl sie so rau und unberechenbar sein kann, ist es für mich einer der heilsamsten Orte. Die Natur bringt Schönheit und Wunder in den überraschendsten Momenten hervor. Wenn ich Glück habe, erlebe ich solche Momente und halte sie fest.

Deine Fotos wirken minimalistisch und zeigen bedachte Kompositionen, sind aber gleichzeitig auch sehr atmosphärisch – wie hast du diesen Stil entwickelt?

Dieser Stil ist total intuitiv entstanden. Wenn ich eine Reihe an Fotos gemacht habe, gefielen mir am Ende oft die mit dem reduziertesten Ausschnitt am besten. Mir ist selbst irgendwann aufgefallen, dass ich oft mit dem goldenen Schnitt arbeite und auch das entstand eher aus dem Bauch heraus. Ich fotografiere außerdem meist bei sehr klaren Lichtverhältnissen. Ich liebe tiefblaue Himmel oder auch dramatische Wolkenbilder. Da spielt mir mein Wohnort an der Küste oft positiv in die Karten.




Wie man an deinem Feed sehen kann, bist du gerne unterwegs, hast ein Faible für sanfte Farben und ganz viel Küstenliebe in deinem Herzen – wie verbindest du das am Besten miteinander?

Ich habe hier oben schon so einige Lieblingsorte für mich entdeckt, bin aber längst noch nicht damit fertig, die Ostseeküste weiter zu erkunden. Diese Orte fotografisch einzufangen treibt mich dabei oft zusätzlich an. Für mich bietet die Küste da ganz viel Potential und das sanfte Licht ist oft wie von selbst vorhanden. Es gibt aber auch mal Zeiten, in denen ich einfach genießen will ohne den Fotograf*innenblick mitzunehmen.

Hat der Ort, woher du kommst oder in dem du gerade lebst, einen großen Einfluss auf die Fotos, die du machst? Wenn das so ist, inwiefern?

Total! Wenn ich woanders leben würde, sähe meine Galerie ganz anders aus. Wer in meiner Galerie ein paar Jahre zurückscrollt, findet zum Beispiel auch viele Fotos aus Berlin. Dort habe ich einige Jahre gelebt und das hat ebenso meine Fotos beeinflusst wie mein heutiges Leben an der Küste. Ich fotografiere also ziemlich eindeutig das, was mich umgibt. Trotzdem empfinde ich meine Naturbilder als stärker im Vergleich zu urbanen Bildern. Die Natur berührt mich einfach mehr.


Was sind deine persönlichen positiven Entdeckungen, Erfahrungen und Entwicklungen, die du während der Pandemie gemacht hast?

Ich habe festgestellt wie privilegiert ich mich schätzen darf. Ich konnte meine Arbeit weiter und in sicherem Rahmen ausüben. Wenn es mir in dieser Zeit zu viel wurde, hatte ich die leeren Strände vor der Haustür um durchzuatmen.
Außerdem haben wir uns kurz vor der Pandemie einen Kleingarten in Wassernähe zugelegt. Dort konnten wir uns gärtnerisch austoben, Pläne schmieden und den Kopf frei kriegen. Das war ein absoluter Segen! Vor kurzem habe ich dazu auch einen kleinen, zweiten Instagram-Account erstellt: @wilde_parzelle.

Was denkst du über die IG Community, die du aufgebaut hast? Tauschst du dich mit anderen IGers aus oder trefft ihr euch schonmal? Haben sich besondere Kooperationen ergeben?

Ich bin nicht der Typ, der einen engen Kontakt zu seiner Community pflegt. Natürlich freue ich mich total über liebe Kommentare und verteile die auch selbst gerne, wenn ich etwas Tolles sehe. Unterm Strich geht es für mich aber eher um Inspiration als um Austausch. Trotzdem sind hier und da auch schon liebe Kontakte entstanden über die ich mich sehr freue. Ich habe auch vor längerer Zeit schon an ein, zwei Insta-Treffen teilgenommen, zum Beispiel eine Bootstour mit den @nordlotsen durch den Rostocker Hafen. Derzeit steht das für mich aber nicht im Vordergrund.

Kooperationen spielten bei mir bisher keine Rolle. Dafür ist meine Followerzahl auch zu klein, denke ich. Zum Glück spielt das bei PICKMOTION gar keine Rolle, da stehen einfach die Fotos im Vordergrund. Ich freue mich total, dass es nach der ersten Postkarte jetzt in die nächste Runde geht!

Hast du ein Lieblingsfoto, das du erstellt hast, und welche Geschichte steckt dahinter?

Eines meiner Lieblingsfotos zeigt den Amrumer Leuchtturm, der hinter einer Düne hervorschaut und von der Sonne angestrahlt wird, dahinter ein dramatischer Wolkenhimmel. Amrum ist für mich eine ganz besondere Insel. Ich habe dort nach meinem Abitur ein Jahr lang gelebt, während ich ein freiwilliges ökologisches Jahr absolviert habe. Das war ein intensives Jahr, welches mich sehr geprägt hat.
Im Studium hat es mich dann nochmal für ein paar Wochen auf die Insel verschlagen. Damals steckte ich in den letzten Zügen meiner Masterarbeit. Um zwischendurch den Kopf frei zu bekommen, unternahm ich Streifzüge über die Insel. Dabei entstand auch dieses Foto.

Versendest du selbst noch Postkarten?

Total gerne! Meist zu besonderen Anlässen oder aus dem Urlaub. Ziemlich klassisch also. Ich freue mich auch selbst immer sehr über Postkarten. Es sind einfach kleine, persönliche Aufmerksamkeiten.

Kanntest du PICKMOTION schon vor unserer Kooperation? Und wenn ja, woher?

PICKMOTION kenne ich schon ziemlich lang. Wenn ich mich recht erinnere sogar zu erst ganz analog aus dem Buchladen. Ich habe beim Karten stöbern plötzlich entdeckt, dass die Fotos teilweise von Instagrammern stammen, denen ich folge. So bin ich auf PICKMOTION aufmerksam geworden.

Kannst du uns noch drei deiner Lieblings-IG-Accounts nennen?

@Lindaberlin folge ich schon sehr lange. Ich liebe Ihren Stil und die Motive. Sie fängt vor allem in Berlin ganz tolle Ecken ein. Das erinnert mich auch immer an meine Zeit dort.

@kraut_kopf sind ebenso wie ich von Berlin nach Meckpomm gezogen. Im Gegensatz zu mir so richtig aufs Land. Wie sie sich dort ein neues Zuhause geschaffen haben und einen wunderschönen Garten, das hat mich sehr inspiriert. Mal ganz abgesehen davon, dass Sie wahnsinnig tolle Fotografen sind!

@minusgold ist für mich eine sehr beeindruckende Frau, die einen ehrlichen Einblick auf sich und ihr Leben gibt, dabei lässt sie auch dunkle Seiten nicht aus. Sie ist eine tolle Autorin und zeigt auch ab und zu analoge Fotografien, die ich sehr mag.

Gibt es sonst noch etwas, eine Anekdote oder lustige Geschichte, die du mit uns teilen möchtest? Wir freuen uns über alles.

Als es in diesem Jahr nach dem großen Lockdown langsam wieder möglich war Menschen zu treffen, bekamen wir Besuch von guten Freunden. Wir verbrachten einen wunderschönen Sommertag am Strand. Zurück zuhause bemerkte ich, dass mein Ehering verschwunden war. Wir suchten alles ab, doch er war einfach nicht mehr zu finden. Ich musste ihn am Strand verloren haben – es war aussichtslos ihn dort wiederzufinden. Ich war traurig und auch ein bisschen sauer auf mich selbst, dass ich den Ring schon nach weniger als einem Jahr Ehe verlieren konnte.
Ein paar Tage später kam ich abends von der Arbeit nach Hause. Eigentlich wollte ich gleich weiter zu einer Freundin, doch mein Mann Max schrieb mir, ich müsse unbedingt noch auf ihn warten. Zurück zuhause überreichte er mir stolz meinen Ehering.
Was war geschehen? Über Freunde von Freunden hatte er sich einen Metalldetektor geliehen und damit über eine Stunde den Strand abgesucht. Nach dutzenden Kronkorken und andere Schätzen, hielt er doch tatsächlich meinen Ring in den Händen. Ein kleines Wunder!

Wir lieben die Geschichten, die Bilder und Menschen zu erzählen haben. Ihr auch? Möchtet ihr mehr über die Fotograf*innen erfahren, die hinter den Motiven unserer Produkte stecken? Dann schaut euch all die anderen, wunderbaren und interessanten #pckphototalks an.