Ihr kennt sie als @laomapupi auf Instagram – ein merkwürdiger, schräger Name? Kaum zu glauben, dass er einem hawaiianischen Namensgenerator zu verdanken ist! Diesmal war unser Interviewgast, Steffi mit bürgerlichem Namen, bei uns im Pickmotion Büro auf die Couch eingeladen. Ihre Galerie folgt einer ausgeklügelten Lichtdramaturgie und sie fängt nicht nur die Hafenstadt Stralsund sondern auch das raue Berlin ein. Wir sprachen über den Duft ihrer Heimat, Farbaversionen und das perfekte Bild.

Wenn man sich deine Bilder anschaut, pendelst du zwischen Berlin und der Ostsee. Sind das deine zwei Pole? Und was verbindet dich mit der Ostsee?

Die zwei Pole sind eigentlich Heimat und Zuhause. In Berlin bin ich zuhause und in Stralsund ist meine Heimat. Berlin ist zwar nicht meine zweite Heimat, aber es ist mir auch nicht fremd. Es hat sich gut angefühlt, als ich hier ankam. An Stralsund hängt mein Herz, da ich dort aufgewachsen bin.

Als Jugendliche wollte ich immer weg aus Stralsund, aber wenn man jetzt arbeitet, ist man froh, wenn man da ist und seine Ruhe hat. Wenn ich ankomme, habe ich direkt salzige Luft in der Nase. Mir war vorher nie bewusst, dass das tatsächlich so riecht. Meine Freunde dort bemerken das gar nicht. Es riecht in der ganzen Stadt nach Hafen und wenn ich die Augen zumache ist es mein Heimatgeruch. Die Altstadt von Stralsund finde ich richtig schön mit den kleinen Häusern und Gassen. Hach.

Die Architektur scheint dich sehr zu reizen, oder?

Ich mag diese bunten Giebel und alten Backsteinhäuser, die nebeneinander stehen. Das ergibt teilweise verrückte Kontraste. Es gibt ja auch Neubauten in der Altstadt, die neben diesen Backsteinhäusern stehen und dann hat man das Alte und Neue nebeneinander.

Wie findest du deine Motive?

Gut! (lacht)

Ich nehme mir immer was vor. Zum Beispiel, wenn das Wetter schön ist, stehe ich morgens auf und gehe zum Hafen. Ich fange unten am Hafen an und schlängel mich dann hoch. Ich habe sogar mal eine Straße gefunden, in der ich noch nie war. Meine letzten Bilder waren alle sehr gezielt. Hier in Berlin ist es so, dass ich mir eher bestimmte Viertel angucke. Ich fahre nicht extra eine Stunde irgendwohin, um ein Foto von einem Haus zu machen. Wenn wir einen Ausflug machen, bereite ich mich eher mental darauf vor, was ich fotografieren könnte. Ich mag es besonders morgens zu fotografieren, wenn es leer ist und wenn das Licht schön ist.

In deinem Instagramaccount tauchen ab und zu auch mal Menschen auf. Ist das typisch für dich?

Es darf schon gern jemand drauf sein. Ich probiere mich gerne an Portraits, aber das passt meist nicht so rein bei Instagram. Ich mache Portraits ab und zu mal, aber poste sie eher selten. Es hat lange gedauert bis ich ein Look gefunden habe, der mich interessiert und mir gefällt.

Über deinen Look wollte ich auch mit dir sprechen. Deine Bilder sind alle relativ dunkel mit erdigen Tönen. Benutzt du bestimmte Filter?

Der Filter ist M5 von VSCO. Dann exportiere ich das in Instagram und mache dann dort das Finish. Zum Beispiel Schatten dunkler, Lichter aufhellen und dann entsteht der Look. Ich nehme auch mal einen anderen Filter, z.B. bei grüner Farbe. Ich versuche einen Fokus zu haben mit einem Fixpunkt. Ich laufe manchmal mit der Kamera und dem Sucher vorm Auge und schaue, was passiert und wie etwas wirkt. Sobald ich meinen Ausschnitt habe, mache ich dann ein Foto. Ich mag viel Himmel und ruhige Bildkompositionen und versuche weitwinklig zu fotografieren.

Womit machst du deine Aufnahmen?

Analog habe ich angefangen. Das kam durch die Ausbildung, da ich dort auch Fotografieren gelernt habe. Da habe ich zum Üben viel analog fotografiert und dann habe ich mir noch während meiner Ausbildung eine Nikon geholt. Danach kam die Zeit der iPhones. Irgendwann habe ich nur noch mit iPhone fotografiert. Später habe ich wieder Bock gekriegt und hab mir eine Olympus geholt. Spontan wenn sich was ergibt, ist es meist das iPhone.

Was machst du wenn du nicht fotografierst?

Ich lege die Füße hoch. Außerdem bin ich gern mit Freunden unterwegs. Freundesstammtisch machen wir immer mal. Ansonsten viel Filme gucken, Kino oder Frühstück bei jemanden zuhause.

Mein letztes cooles Filmerlebnis hatte ich bei dem Film „Der unsichtbare Gast“. Der ist spanisch besetzt, sowas wie ein Psychothriller. Man weiß nicht wer von den Protagonisten eigentlich der Bekloppte ist und dann gab es einen Twist, bei dem mir echt die Chips aus dem Mund gefallen sind. Aber ich möchte nicht spoilern. Den Film „Victoria“ fand ich auch richtig gut, weil ich das Gefühl hatte dabei gewesen sein. Diese Situation so mit zu erleben, das finde ich schon richtig mitreißend.

Reist du viel?

Gar nicht so viel, eher in die Heimat. Bin eher so der kältere Nordtyp. Mehr als 30 Grad braucht es auch nicht sein. Nach Island würde ich aber schon ganze gerne mal verreisen.

Was zeichnet ein wirklich gutes Foto für dich aus?

Dass es einen Fokus hat und ein klares Motiv. Es ist mehr das Zusammenspiel aus vielen Dingen, auch den Farben, allerdings mag ich kein Grün und kein Rot. Besonders bei roten Dächern, muss ich das immer auf meinen Bildern reduzieren. Bei einem guten Bild sollte die Gesamtstimmung auch einfach passen, z.B. der Lichteinfall und der Bildausschnitt.

Vielen Dank, Steffi!

Steffis Lieblings-Igers

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