Eine klare, minimalistische Zusammensetzung aus Architektur, Menschen, Natur und sein scharfsinniger Blick auf diese Welt: All das präsentiert @marcuscederberg farbenfroh auf seinem Instagram-Channel. Wir hatten die Möglichkeit, ihn bei einem Interview näher kennenzulernen und mehr über seine wunderbare Arbeit zu erfahren.
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Hallo Marcus!
Erst einmal vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview nimmst und wir dich näher kennenlernen dürfen. Es wäre großartig, wenn du dich kurz vorstellst – wer bist du, woher kommst du und wo lebst du zur Zeit?

Ich bin ein 53-jähriger Fotograf und lebe momentan in Mittelschweden. Mein Interesse zur Fotografie ist schon in Kindheitstagen entstanden, da wir aufgrund meines Vaters (er war Journalist und Fotograf) eine Dunkelkammer im Haus hatten.. Doch als das erste iPhone auf den Markt kam, wurde mein Interesse zur Fotografie noch größer. Aus dem einfachen Grund, weil man die iPhone-Kamera immer und überall benutzen konnte.

Einige meiner ersten Fotos wurden beispielsweise mit dem iPhone aufgenommen. Nachdem ich jedoch große Resonanz von außen bekam und meine Fotos anfingen, sich gut zu verkaufen, benutzte ich immer mehr meine DSLR-Kamera.

Seit mich Instagram im Frühjahr 2015 als User empfohlen hatte, stieg mein Instagram-Feed und die Followerzahlen rapide an. Es war eine unglaubliche Überraschung für mich, als plötzlich Tausende Follower meinem Feed folgten.

Meine Fotos wurden bereits bei einigen der größten Foto-Ausstellungen der Welt gezeigt. Sie wurden sowohl in New York, Los Angeles, Stockholm und Hongkong ausgestellt. Ich bin im schwedischen Fotomuseum vertreten und verkaufe meine Arbeiten über ein sorgfältig ausgewähltes Netzwerk von Einzelhändlern auf der ganzen Welt. In den letzten Jahren habe ich dann begonnen, die Luftperspektive mit einer Drohne zu erkunden – das macht riesig Spaß!

Was machst du hauptberuflich und wie vereinst du Vollzeitjob mit Fotografie?

Ich arbeite Vollzeit als IT-Manager, doch dadurch wird nur eine Gehirnhälfte beansprucht – und zwar die für logisches Denken. Das Fotografieren hilft mir jedoch, die andere, kreative Hälfte anzuregen.. Selbst wenn ich auf Geschäftsreisen bin, was oft der Fall ist, ist die Kamera mein ständiger Begleiter. Man kann nie wissen, welcher Foto-Spot einen erwartet…

Danke für die Antworten! Jetzt können wir uns ein noch besseres Bild von deiner Arbeit und dir machen.. Stimmt es, dass trotz deines fotografischen Talents ein wenig Glück dazu beigetragen hat, in den ersten Anfängen von Instagram als User empfohlen worden zu sein? Oder wie erklärst du dir den großen Erfolg deiner Fotos?

Ja, das stimmt. Ich kann mich richtig glücklich schätzen, dass mir Instagram zur richtigen Zeit einen “Push” für mein Profil gegeben hat.
Das war ein sehr cooles Gefühl! Ich erinnere mich auch daran, wie gut es sich anfühlte, als ich bemerkte, dass mein minimalistischer Fotostil bei vielen Menschen gut ankam. Somit war es eindeutig für mich, meinen minimalistischen Stil immer weiterzuentwickeln.

Welchen Teil deiner Arbeit magst du am liebsten? Die Aufnahme des Bildes, die Bearbeitung, oder…?

Sowohl als auch! Wenn ich ein Foto mache, habe ich bereits das Endergebnis vor meinen Augen. Ich liebe das Gefühl, dass aus dem soeben entstandenen Schnappschuss, am Ende ein großartiges, bearbeitetes Bild entstehen wird.

Bekommst du oft Kommentare unter deinen Bildern oder sogar Anfragen für Kooperationen?

Ja, ich bekomme öfter Kommentare und Reaktionen von Leuten. Von einfachen Daumen-Hoch-Buttons bis hin zu detaillierten Fragen über meine Arbeit, Kamera-Ausstattung oder Bildbearbeitungssoftware. Natürlich freue ich mich über solche Reaktionen und ich beantworte alle Fragen, die ich bekomme. Darüber hinaus erhalte ich ziemlich viele Anfragen für Kooperationen, aber ich schließe nur sehr wenige im Jahr ab. Früher habe ich kommerzielle Kooperationen gemieden, aber momentan befinde ich mich im Vertragsabschluss-Prozess für einige interessante Kooperationen… seid gespannt!

Warum hast du kommerzielle Kooperationen früher gemieden? War es aus ethischen Gründen oder gab es andere Gründe dafür?

Ja, es gab ein paar ethische Hindernisse für mich. Wenn ich mich auf Kooperationen einlasse, muss ich persönlich einen Bezug zum Unternehmen haben und an dessen Produkte glauben.

Was wäre, wenn es kein Zeit- und Ortslimit gäbe – mit wem würdest du zusammenarbeiten?

Was für eine spannende Frage! Ich würde gerne mit dem minimalistischen Zeichner Mark Rothko und Piet Mondrain zusammenarbeiten. Mit dieser Frage hast du mein Vorstellungsvermögen gerade sehr angeregt…

Wer sind deine größten Vorbilder und Inspirationsquellen?

Besonders beeinflusst werde ich durch Kunst, wie z.B. die in der vorigen Antwort genannten Zeichner. Aber auch moderne Fotografen wie Scarlett Hooft Graafland inspirieren mich sehr.
Auf Instagram folge ich vielen internationalen, und beeinflussenden Fotografen: Paul Brons (@paulbrons), Sebastian Weiss (@le_blanc), Minh T (@thismintymoment) und Dirk Bagger (@macenzo). Sehr empfehlenswert, einen Blick auf diese Insta Channels zu werfen.

Was war die größte Lehre, die du in all den Jahren gelernt hast? Hast du Tipps für angehende Instagram-Künstler?

Ganz wichtig: Was auch immer man im Leben macht, es soll Spaß machen. Geduld ist das, was ich in all den Jahren gelernt habe. Denn eines Tages wird deine Arbeit entdeckt und erhält die Aufmerksamkeit, die sie wirklich verdient. Alles ist möglich! Angehenden Instagram-Künstlern rate ich, aktiv zu sein und das auch zu bleiben. Benutzt die richtigen Hashtags, haltet den Austausch mit euren Followern aufrecht und sucht nach ähnlichen Feeds.

Wie reagiert deine Familie auf deine Arbeit und Instagram-Bekanntheit? Bittest du sie manchmal, dir zu helfen? Gibst du das Interesse auch an deine Kinder weiter?

Meine Familie ist eine wahre Stütze bei meiner Arbeit als Fotograf und hilft mir oft, wenn ich neue Fotos aufnehmen will.
Zu meinen Kindern: Sie haben kein besonders großes Interesse für Fotografie. Aber sie mögen zumindest meine Kameraausrüstung, denn sie benötigen es manchmal für Make-up-Tutorials oder einfach nur für Landschaftsaufnahmen.

Das klingt nach einer sehr eingespielten Familie! Es macht sicherlich Spaß, gemeinsam an manchen Projekten zu arbeiten.
Nun sind wir bereits auch am Ende des Interviews angelangt. Willst du noch etwas mit uns und unserer Community teilen? Fühl dich frei!

Ich liebe eure Arbeit und bin glücklich, Teil eures weltweiten Fotografen-Teams zu sein. Danke!
Und an alle Smartphone-Besitzer hier draußen: Um als Fotograf anzufangen benötigt ihr keine aufwändige Kamera-Ausrüstung. Nehmt einfach euer Smartphone, und ab nach draußen zum Fotografieren!