Helen Redfern, eine der jüngst neuen Pickmotion Fotografinnen, teilt Geschichten vom englischen Landleben und den Jahreszeiten. Ihre Galerie gibt einen Einblick in Essen, Pflanzen, Landschaft und Tiere ihrer ländlichen Umgebung und wie all das Quelle ihres Schreibens und ihrer Kreativität ist. Wir sind stolz euch ein Interview mit @abookishbaker über nach Harry-Potter-Charakteren benannte Tiere, Blutorangen und dem schnellsten Fotoshoot ever zu präsentieren!

 

Wenn ich mich durch deine Galerie scrolle, stelle ich mir eine Charlotte-Brontë Szenerie in England vor. Was siehst du, wenn du aus dem Fenster schaust?

Wenn ich hinaus schaue, sehe ich unser Feld, auf dem Hühner und Enten herumspazieren. Und dahinter das Feld des Bauern, wo verschiedenes Getreide wächst. Im Moment macht alles einen recht düsteren und erdigen Eindruck – es ist sehr schlammig und die Bäume sind kahl. Aber im Sommer wenn das Gras wunderbar grün leuchtet, wenn die Bäume Blätter tragen (wir haben einen Obstgarten, viele Weiden und große alte Bäume: Esche, Ulme, Ahorn und Birke) ist es unglaublich lebhaft.

Hast du Tiere? Welche? Und deren Namen, wenn die Liste nicht zu lang wird…

 

Wir haben einige Tiere. Ich habe meinen Hund, Ginny, und eine Katze, Narcissa (sie hatte eine Schwester, genannt Bellatrix). Dann gibt es zwölf Hühner – ich denke ich habe alle benannt, aber ich verwechsle sie manchmal. Einmal seit den sechs Jahren, die wir hier leben, hatten wir 25 Hühner. Viele von ihnen hatten Namen von Harry-Potter-Charakteren. Wir hatten auch einen Enterich namens Neville.

Zurzeit haben wir sechs Enten. Fünf sind letztes Jahr geschlüpft und die sechste haben wir schon ein paar Jahre. Nur diese älteste hat einen Namen – DuckFace!

Ich wundere mich, wie die schwarze Katze und Nelly das Huhn miteinander auskommen?

 

Die Hühner sind der Boss von Hund und Katze! Meine Katze ist aus dem Tierheim und kann sehr scheu sein. Also kommt sie den Hühnern nicht zu nah. Und die Hündin kennt ihren Platz, sie würde nie auf die Idee kommen, sie zu jagen. Die Enten allerdings hütet sie wie Schafe, wenn ich sie versuche in ihren Stall zu treiben.

Ausgehend vom Namen deines Accounts, bist du ein großer Leser und Bäcker. Wie gehen diese zwei Aktivitäten zusammen? Und was liest und bäckst du zurzeit?

 

Als ich mit A Bookish Baker begann, schrieb ich über Essen in der Literatur und versuchte für ein Kochbuch zu diesem Thema einen Verleger zu finden. Im Laufe der Zeit habe ich viel breitere Interessen entwickelt, der Name blieb aber.

Vor kurzem habe ich einfache Biskuittörtchen mit einer Blutorangen-Glasur gebacken, diese Orangen haben Saison und ich liebe ihre Farbe. Ich lese gerade Maggie O’Farrell’s Roman This Must Be the Place.

Was magst du am Landleben? Hast du vorher in einer größeren Stadt gelebt? Und wenn ja, vermisst du die manchmal?

Ich lebte früher in London und ich kann ehrlich sagen, dass ich rein überhaupt nichts vermisse. Wenn ich manchmal zurück kehre, finde ich es stressig und laut. Ich genieße die Zeit in der Stadt, aber mehr noch liebe ich den Kontrast wenn ich nach Hause komme und als erstes nach den Hühnern und Enten schaue und mit dem Hund einen Spaziergang übers Feld mache.

Tatsächlich arbeitest du nun seit einigen Jahren an einem erfolgreichen Blog. Was bedeutet der für dich und was ist das besondere daran?

Ich liebe das Bloggen. Das mache ich jetzt seit elf Jahren. Das ist der Ort, an dem ich schreiben kann, was ich will. Es begann, als ich an einer Schreibgruppe teilnahm – bevor es facebook, Instagram und twitter gab – und über die Jahre ist mein Blog gewachsen. Ein Ort zum Schreiben, zum Ausloten meiner Kreativität, zum Entdecken meiner literarischen Stimme und zum Experimentieren.

 

Instagram ist eine Erweiterung meines Blogs. Darauf kann ich Geschichten durch Fotos, stories und Texte erzählen. Ich habe über die Captions gelernt, auszudrücken, was ich schmecke, fühle, sehe, höre und berühre. Und über die Stories habe ich gelernt, Geschichten in Form von Filmen noch einmal anders zu erzählen. Beim Video editieren schneidet man das heraus, was nicht unbedingt gebraucht wird, um die Geschichte voranzutreiben. Das hat mir auch beim Schreiben geholfen.

Dieses Jahr haben wir eins deiner Fotos ausgewählt und als Gruß- und Postkarte gedruckt – ein Entenküken in einer Tasse. Erzähle, wie ist das Foto entstanden?

Letztes Jahr begann eins meiner Hühner, Wincey, zu brüten. Sie saß auf denselben Eiern und wollte nicht davon lassen. Da wir keinen Hahn haben, waren die Eier aber unbefruchtet und sie hätte lange sitzen können. Also habe ich ihr sechs befruchtete Eier von ebay gekauft. Das hatte ich schon im Vorjahr gemacht und sie brütete erfolgreich vier Küken aus. Dieses Mal aber kaufte ich Enten-Eier – indische Laufenten. Diese brauchen länger beim Ausbrüten, aber sie saß geduldig und brütete fünf. Das Enten-Küken in der Tasse war beim Fotografieren nur ein oder zwei Tage alt. Es war der schnellste Fotoshoot ever – circa 30 Sekunden – weil ich das Kleine nicht zu lange von Wincey trennen wollte.

Was ist dein ehrgeizigster Plan für 2018?

 

Den Blog wachsen lassen, meine Geschichten teilen und mit meinem e-course anderen Leuten mit ihren Blogs helfen. Oh, und ein Buchvertrag wäre auch ganz schön.

Vielen lieben Dank!