Die grauen und regnerischen Herbsttage sind überall um uns herum und was gibt es da Schöneres als ein Interview mit einer unserer Lieblingsfotografinnen, @picturingjuj! Hellrosa, gelb, blau und orange: Keine Farbe ist ihr zu verrückt. Stillleben mit dem außergewöhnlichen Etwas, das ist es, was sie am besten kann.

 

Sie heißt Juj Winn und ist Fotografin in Kansas City, Missouri, USA. „Ich erstelle Fotos und animierte Bilder für Web- und Printmedien für Marken und Redaktionen. Ich liebe es, Inhalte zu erzeugen, die hell, farbenfroh und mit einem Hauch guter Laune versehen sind. Ich möchte die Welt ein bisschen farbenfroher machen und versuche dies mit jedem einzelnen Foto umzusetzen.“

 

Juj wurde mit einer Kamera in der Hand geboren und fotografiert schon so lange, wie sie sich erinnern kann. Sie absolvierte jedoch das College mit einem Abschluss in Malerei und Zeichnen. „Nach meinem Abschluss habe ich viel Grafikdesign und Illustrationen gemacht und angefangen, Fotografie als Hilfsmittel dafür zu verwenden. Mit der Zeit legte ich nach und nach die Stifte und Farben beiseite und widmete mich ganz der Fotografie.“

 

Wie hat sich dein persönlicher Stil im Laufe der Jahre entwickelt?
Bezüglich deiner ganz speziellen, farbenfrohen Bildbearbeitungen: Kannst du uns deinen Stil erläutern?

„Mein Stil ist eine Erweiterung meines Design- und Malereihintergrunds“, erzählt Juj.
„Ich möchte sagen, dass ich Bilder nicht „aufnehme“, sondern sie „mache“.
Und es ist wahr. Sie neigt dazu, Dinge zu erschaffen, die sehr klar und grafisch sind und viel Liebe zum Detail zeigen. Die Bearbeitung lässt das Bild eine feine Linie zwischen Fotografie und Illustration ziehen. Einige wahre Meisterwerke, wenn ihr mich fragt. „Neue Konzepte für Marken zu entwickeln und sie zum Leben zu erwecken, ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Ich liebe meinen Job und ich fühle mich so glücklich, ihn zu haben.“

Sicherlich passiert eine Menge in ihrem Leben zur gleichen Zeit. Aber sie scheint ein System entwickelt zu haben, um alles unter Kontrolle zu halten. Auf die Frage, wie sie sich über neue Ideen und Projekte auf dem Laufenden hält, antwortete sie: „Ideen kommen mir immer wieder in den Sinn, und wenn sie kommen, schreibe ich sie auf einen kleinen Post-It-Zettel und klebe ihn in meinem Studio an die Wand. Ich habe mehr als genug Ideen an meiner Wand und werde wahrscheinlich nie alle umsetzen können.“
Ihr eigenes System bringt sie ein wenig zum Lachen. Vielleicht, weil es am Ende chaotischer wird, als sie es sich zuvor vorgestellt hat! Aber es koommt auch schonmal vor, dass sie auch einfach nicht in der Stimmung ist, etwas von ihrer Ideen-Liste zu fotografieren, also verbringt Juj manchmal den Tag damit, sich neue und erfinderische Ideen auszudenken. „Ich arbeite nicht an einem wiederkehrenden Thema, aber ich verwende meine Requisiten häufig wieder, sodass einige Dinge immer wieder auftauchen.“ Und wenn ich an einem bestimmten Bild arbeite, werde ich natürlich viele verschiedene Variationen davon ausprobieren, um diejenige zu finden, die am besten funktioniert, sodass es unterschiedliche Bilder aus diesem Shooting gibt, die sich aber trotzdem ähnlich sind.“

 

Bei der Betrachtung ihres Instagram Feeds ist kaum zu übersehen, wie oft die Farbe Pink in ihren Arbeiten vorkommt. Warum auch nicht? Hier bei Pickmotion finden wir ja auch, dass es eine tolle Farbe ist! Auf die Frage dazu antwortete Juj: „Ich mag Pink – ich denke, es ist eine großartige neutrale Farbe und ich bin froh, dass es wieder ein Comeback hat – aber es ist nicht meine Lieblingsfarbe. Eigentlich habe ich kein Pink in meinem Haus. Ich tendiere dazu, mich für Farben der Natur zu interessieren – Blau, Grün und Orange. Mein Haus ist sehr erdig und meine Garderobe ist größtenteils grau und schwarz.“

Juj fühlt sich von buchstäblich allem inspiriert: den Früchten auf ihrem lokalen Markt, den Steinen und Blättern und Federn, die sie auf einem ihrer täglichen Spaziergänge findet, ihren Freunden, ihrer Familie, seltsamen Gestalten im Baumarkt und Anzeigen, die sie im Fernsehen sieht. „Und es gibt viel zu viele Künstler, die mich inspirieren, um sie alle zu benennen (oder sogar zu erinnern!). In der Schule haben mich die Dadaisten, Surrealisten und Popkünstler sehr inspiriert, und das hat sich nicht geändert. Wayne Thiebaud wird für immer und ewig mein Favorit sein, und ich liebe die Arbeit von Robert Jackson. Ich denke, Adam Voorhees ist ein Genie – seine Arbeit ist so clever und klar und einfach, aber sie trifft voll ins Schwarze, und natürlich all die Leute, die ich auf Pinterest oder Instagram finde.“

Juj kam 2011 zum ersten Mal zu Instagram, als sie es lediglich als Ort nutzte, um Beobachtungen und Fotos mit Freunden, Verwandten und Leuten, die sie von Flickr kannte, zu teilen. Aber je länger sie auf der Plattform war, desto mehr erkannte sie den Wert, einen Teil ihrer kommerziellen Arbeit zu teilen, bis sie letztlich den Punkt erreichte, dass das so ziemlich alles war, was sie teilte. „Wenn ich durch meinen Feed scrolle, wirken meine früheren Beiträge viel authentischer, und das vermisse ich wirklich. Ich habe in letzter Zeit viel darüber nachgedacht, Dinge in diese Richtung zu verschieben. Ich bin es leid, ein dicht kuratierten Feed zu führen, und es interessiert mich weniger, ob etwas „passt“, als vielmehr, ob es im Moment zu mir spricht. Ich denke, wir überdenken zu oft, was wir posten, weil wir uns Sorgen um Zahlen, Follower und Likes machen, und auch ich mag diese Dinge, aber es scheint ungesund, dies beeinflussen zu lassen, was ich poste.“

Sie liebt es, bestimmten Leute auf Instagram zu folgen. Sie ist selbst ein bisschen introvertiert, daher ist es nicht so leicht für sie, andere Menschen für Kooperationen zu kontaktieren, auch wenn sie dies in Zukunft gerne noch mehr tun würde! Sie genießt es, besonders zu sehen, was @paloma_rincon_, @jessicavwalsh, @lellopepper und @thefeedfeed.vegan so treiben. „Es gibt so viele talentierte Leute auf Instagram und ich habe das Gefühl, dass jedes Mal, wenn ich die App öffne, jemand Neues zu entdecken.“