Designer, amerikanische Superstars, Schauspieler –  Frösche in allen Positionen, Penisse, Cannabis, er selbst nackt – seine Mutter im Wald, nackte Mädchen, die im Wald Hula Hoop Reifen drehen, Babys auf Tellern – Jürgen Teller. Der international bekannte Fotograf stellt aus, in Berlin, im Martin Gropius Bau, noch bis 3. Juli.

„Enjoy your Life!“ heißt sie, der Besuch bringt zum Lachen über den Mut, den Quatsch des Fotografen, seinen Blick, der idealisierte Menschen verletzlich zeigt, auch lächerlich. Oft nackt. Womöglich ist der Grund dafür, dass ihm das so gut gelingt, sein entspannter Umgang mit sich selbst und seinen Schwächen. Biographische Bilder stehen schon im Vorraum der Ausstellung, häufig seine Mutter. Und dann innen – Nackt liegt er mit rundem Bauch voran auf einem Esel und beschreibt wie ihn ein Mann zu vergewaltigen versucht. Er erzählt von seiner Suchtvergangenheit. Und zeigt Rihannas Medikament für medizinisches Gras. Zeigt Vivianne Westwood’s schlaffen, runzligen Körper – nackt, selbstbewusst, zufrieden. In einem Raum läuft ein Video: Jürgen Teller, als prolliger Besucher verkleidet, macht sich in der Ausstellung über die Werke lustig. Eines seiner drei Werbeplakate hat er beschmiert.

Seit 2016 bedruckt er Teller mit seinen Bildern. Lachende Babys und Penisse. Auch Vaginas zeigt er in seiner Ausstellung gerne. Sich selbst setzt er dort zwischen Kim und Kanye Kardashian, die er auf Schotter und im Wald fotografierte. Waldgeräusche kommen aus einem der Ausstellungsräume. Gar nichts scheint er ernst zu nehmen, frei zu fotografieren – doch seine Fotos sind durchdachte Kompositionen. Das zu vereinen liegt ihm, der am meisten noch immer mit seiner Modefotografie für bedeutende Magazine verdient. 1991, Teller war 27 Jahre alt, fotografierte er den damals noch unbekannten Kurt Cobain auf Nirvana’s „Nevermind“ Tour. Diese Fotos brachten ihm den Durchbruch. Er mag Alltägliches, kritzelt Krankheiten an Strichmännchen. Seit Jahren schießt er Kampagnen für Marc Jacobs, Celine, Vivienne Westwood. Lässt Schauspieler im Fluss treiben. Nimmt Sorgen und Bedenken ernst, überredet niemand. Seine Fotografie spricht für sich.

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Offensichtlich hat er einen Mordsspaß an seiner Arbeit. Und vermittelt das auch. Und – obwohl er auf sein Plakat schreibt, die Ausstellung sei echt schlecht – Lass dir den Mordsspaß echt nicht entgehen.