cat_gericke hat es vor Kurzem gewagt, einen aufregenden Roadtrip mit Säugling. Sie fotografiert Momentaufnahmen, die im Kopf Filme anstoßen und erkärt hier wie man mindestens fünf Länder bereisen kann, während man die erste Zeit mit Baby genießt.

1. Entschleunigung ist das Mantra genussvollen Reisens

„Wir haben uns letztes Jahr einen gebrauchten Peugeot Partner Family Tepee gekauft, als wir erfahren haben, dass wir bald zu dritt sein werden. Und dieses Auto war optimal für unsere Reise, diesen Roadtrip, da es sich um ein Hochdachkombi handelt und man ihn schön voll bepacken kann. Wir haben im Laufe der Route wirklich jeden Milimeter genutzt.
Gestartet sind wir in Hamburg und haben immer darauf geachtet nach 1,5 Stunden eine Pause zu machen, da man kleine Babies (unser Sohn war zu der Zeit 4 Monate alt) nicht länger als diese Zeitspanne in einer Autoschale sitzen lassen sollte (aufgrund von Erstickungsgefahr). Somit betrug unser tägliches Kilometerpensum meist nur 300km, was für uns sowohl bei der Planung als auch bei der Durchführung anfangs eine Umgewöhnung war. Zu kinderlosen Zeiten waren unsere Roadtrips immer von vieeeelen Kilometern in kurzer Zeit geprägt, aber nun war es wichtig diese Pausen einzuhalten und diese Entschleunigung war genau das Richtige, was wir schnell feststellten. Wir hatten völlig ausser Acht gelassen, wie sehr wir diese Eingewöhnung auf das neue Nomadendasein brauchten. Man bedenke ja, dass wir als frisch gebackene Eltern aufgrund des Schlafmangels eh von faultierähnlichen Bewegungsabläufen gekennzeichnet waren. Da Gute war zudem, dass wir volle zwei Monate Zeit hatten für unsere Route und somit gefühlt alle Zeit der Welt.
Von Hamburg aus ging es also erst einmal nach Holland, dann nach Belgien und nach Calais, Frankreich. Von dort aus mit der Fähre nach Dover und dann weiter nach Eastbourne. Ein paar Tage Südengland und London, darauf folgte eine schöne Zeit in Bath und Umgebung, weiter ging es nach Wales: von Tintern Abbey durch Landesinnere nach Aberystwith und dann zu meinem Patenonkel in die Nähe von Pwllheli. Einige Tage mit gutem Essen und leckerem Ginger Wine vergingen und wir fuhren weiter Richtung Conwy, Chester und nördlich zum Lake Distrikt, genauer gesagt nach Shap. Daraufhin folgten Tage in Schottland: Glasgow, die Highlands, Oban, Isle of Skye, die Highlands, Glasgow und dann zur Ostküste Englands. Bei Newcastle Upon Tyne machten wir Halt. D

urham stand auf unserer Liste und es war ein so schönes Fleckchen Englands. Von dort aus ging es dann nach York, wo ich immer schon mal hinwollte bis wir dann leider die Insel wieder verlassen mussten. Unsere Fähre fuhr von Kingston Upon Hull nach Rotterdam (über Nacht), von wo wir gleich nach Scheveningen fuhren, um die Sonne am Meer zu genießen. Von da aus fuhren wir nach Zwolle und dann wieder nach Hamburg. Das ist die seeeehr zusammengefasste Version unseres Roadtrips. ;)“

2. Suchst du ein sehr babyfreundliches Land? Bereise UK!

„Zur Babynahrung: Da mein Sohn mit vier Monaten eigentlich noch gestillt werden müsste, wäre das mit der Babynahrung weniger ein Problem gewesen. War es aber, denn das Stillen klappte nur anfangs. Somit waren wir auf sein Babymilchpulver angewiesen. Ich habe also so viel wie möglich vorgekauft, bei der Metro einen großen Eimer mit Deckel besorgt und jede Packungstüte so platzsparend im Eimer versenkt. Die Pappschachteln nehmen dann doch mehr Platz weg als ein einziger Eimer. Später haben wir dann festgestellt, dass das von uns verwendete Milchpulver auch in Großbritannien verkauft wird (allerdings sind dort die Kennzeichnungen anders: es gibt dort zB keine PRE-Milch, sondern nur 1er, 2er etc). Wir haben dann einfach die Inhaltsstoffe miteinander verglichen und wussten welche die von uns verwendete war. Für ältere Babies, die schon Brei essen können, gibt es genauso viel Auswahl wie bei uns. Manchmal sogar mehr, hatte ich den Eindruck…
Zum Wickeln: UK ist ein Traum für Eltern. ÜBERALL gibt es Wickeltische! Uberall! In Cafes, Büchereien, Restaurants, Museen. Neuste Shoppingzentren haben sogar toll eingerichtete Stillräume und Wickelräume mit mehr als einem Tisch! Großbritannien ist wirklich sehr kinderfreundlich. Nicht nur Passanten machen dir auf schmalen Bürgersteigen für den Kinderwagen Platz, sondern sie sind immer interessiert und zuvorkommend. Als wir wieder in Deutschland waren, mussten wir uns wirklich erstmal wieder umgewöhnen, denn hier sind es meist nur die Drogeriemärkte, die Wickeltische zur Verfügung stellen. Ich benutze meist nun eine App, die mir verrät, welcher Ort babyfreundlich ist. In UK brauchte ich sowas nicht.
Zum Baden: Das war total unkompliziert. Ich hatte im Vorfeld eine aufblasbare Babywanne über Amazon bestellt. Die war vollkommen ausreichend (etwas instabil, wenn es darum ging die Wassermenge zu halten, aber dennoch ok). Ansonsten gibt es ja auch Faltwannen, die wenig Platz einnehmen. Auf jeden Fall ein Muss bei jeden Roadtrip mit sehr kleinem Baby! Ach und vergesst das Thermometer nicht! 😉 “

3. AirBnB hat auch für junge Familien das beste Preis-Leistungsverhältnis

„Am meisten haben wir AirBnB genutzt. Sowohl die Privatzimmervariante als auch die Apartmentoption. Je nachdem wie teuer es vor Ort war und wie sympathisch die Gastgeber schienen, haben wir dann gebucht. Die anfänglichen Unterkünfte hatte ich weit im Voraus gebucht (gerade Brügge, da es doch sehr touristisch ist),aber im Laufe des Roadtrips änderte sich das auch. Eine der schönsten und nettesten Gastgeberbegegnungen hatten wir in Aberystwyth, Wales. Noch am selben Tag gebucht, eine Stunde vor Ankunft und alles hat super geklappt. Achtet auf jeden Fall immer darauf, ob die Unterkunft familienfreundlich ist.
Ferienhäuser haben wir nicht in Anspruch genommen, da wir meist nicht länger als 3 Nächte an einem Ort waren (mit Ausnahme von London, Glasgow, Pwllheli, Oban – dort haben wir Freunde und Familie besucht).
In Durham haben wir in einem Hotel übernachtet, was vor lauter Muffigkeit und Schimmelgeruch eine Zumutung war. Daher würd ich immer AirBnB empfehlen. Bestes Preis-Leistungsverhältnis!“

4. Ein zusammenklappbares Bett ist ein Must-Have

„Abgesehen von sämtlichen Tragevarianten (Tuch und Manduca), sowie dem obligatorischen Kinderwagen, war [ein Must Have] das Babybett. Wir hatten ein Reise-Krippenbett (von Chicco) dabei, was schnell aufgebaut ist und perfekt an jedes Bett anzudocken ist. Somit hatten wir unseren Kleinen immer nah bei uns und es erleichtert so manches Milchgeben in der Nacht. Ansonsten war unsere Thermoskanne auch immer in regem Einsatz (zum Milchanrühren braucht man immer etwas warmes Wasser).
Was unser Sohn sehr liebt, ist seine Babybjörn Wippe. Da er zum Zeitpunkt unseres Roadtrips noch nicht selber sitzen konnte, waren alle Hochstühle für ihn noch tabu. Aber die Wippe ist wunderbar für kleine Babies und zudem ist sie für einen Transport schmal zusammenklappbar.
Wir hatten auch noch einen klappbaren Wickeltisch mitgenommen, den ich gebraucht über Ebay Kleinanzeigen gekauft hatte. Allerdings haben wir diesen dann doch so gut wie nie benutzt. :)“

5. Ein Roadtrip ist eine Investition in die Familie

„Also, die Reise war mehr oder weniger unsere verspäteten Flitterwochen. Wir haben 2015 geheiratet und unser eigentliches Vorhaben von dem Hochzeitsgeld nach Asien zu reisen, hatte zeitlich nie gepasst. Naja, und dann bot sich der Roadtrip als gute Ersatzinvestition an!“ sagt Catherine und zu sparen, Sponsoren zu finden, vielleicht digital zu arbeiten auf Reisen, die vielen Erinnerungen sind es wert.


6. Reisen mit Baby schenkt dir außergewöhnliche Erinnerungen und du willst es immer wieder tun

„Abgesehen von dem gesamten Roadtrip und der Tatsache jeden Tag zusammen zu beginnen und zu beenden, war [die allerschönste, besondere gemeinsame Erinnerung] wohl der Sonnenaufgang am Beachy Head! Keine Menschenseele ausser uns, der kitschig-orangene Himmel, die steilen Klippen vor uns, der Wind und sonst nichts. Wir würden wahnsinnig gerne [wieder gemeinsam vereisen]! Allerdings war unsere zweimonatige Reiserei dann doch kostspieliger als gedacht, weshalb eine geplante Reise erstmal nicht ansteht. Aber mir schwirrt schon die nächste Idee im Kopf herum: Zelten mit Kleinkind. Darauf haben wir Lust!

Konnten wir dich inspirieren, dir weiterhelfen bei deiner Reise, dich von Catherine’s Instagram begeistern?
Schreib uns gerne deine Ideen, Anregungen, Meinung an storyteller@www.pickmotion.de oder in die Kommentare!